Stand: 4. September 2026. Dieser Beitrag wird aktualisiert, sobald Microsoft eine abschließende Ursachenanalyse veröffentlicht.
Update vom 4. September 2026: Die Störung ist beendet. Auf der öffentlichen Statusseite von Microsoft ist kein aktiver Vorfall mehr aufgeführt, und unabhängige Überwachungsdienste haben Exchange Online am Morgen des 4. September als betriebsbereit geprüft. Damit hat sich der Vorfall vom 31. August über gut drei Tage gezogen, bis auch die letzten Auswirkungen beseitigt waren.
Offen bleibt die Ursache. Microsoft hat bis heute keine abschließende Analyse veröffentlicht und über die gesamte Dauer des Vorfalls an derselben Formulierung festgehalten: ein Problem in einer zentralen Authentifizierungskonfiguration, die von mehreren Microsoft-365-Diensten gemeinsam genutzt wird. Ein Post-Incident-Bericht steht aus.
Update vom 3. September 2026: Die Statusseite wies um 0:30 Uhr weiterhin eine Diensteinschränkung aus. Verblieben waren zu diesem Zeitpunkt zwei Punkte: Anwender konnten E-Mail-Anhänge über keine Verbindungsmethode von Exchange Online herunterladen, und die Anmeldung an Outlook im Web konnte fehlschlagen. Die Störungsmeldungen bei Downdetector stiegen seit dem 2. September gegen Mittag noch einmal an.
Was passiert ist
Am Nachmittag des 31. August 2026 begann eine weltweite Störung bei Microsoft 365. Betroffen waren Unternehmenskunden ebenso wie private Outlook-Nutzer. Outlook verlor die Verbindung zu Exchange Online, Anmeldungen schlugen fehl, E-Mails blieben im Postausgang hängen. Die Ursache lag in Microsofts Infrastruktur. An den eigenen Geräten, am Netzwerk oder an der Internetverbindung lag es nicht.
Microsoft führte den Vorfall unter der Kennung EX1464935, die dienstübergreifende Meldung lief unter MO1465074. Eine zwischenzeitlich separat eröffnete Meldung mit der Kennung EX1465001 wurde als Duplikat zu EX1464935 geschlossen. Als Beginn der Beeinträchtigung nennt Microsoft den 31. August 2026 um 15:08 Uhr UTC, das entspricht 17:08 Uhr MESZ. Öffentlich bestätigt wurde die Störung erst rund zweieinhalb Stunden später.
Downdetector verzeichnete vom Montagnachmittag bis zum Dienstagmorgen mehrere zehntausend Störungsmeldungen.
Welche Dienste betroffen waren
Exchange Online. Der am stärksten betroffene Dienst. Der Zugriff schlug fehl oder funktionierte nur eingeschränkt, und zwar über sämtliche Verbindungswege. Dazu kamen Fehler bei der Suche, abbrechende Verbindungen zu den Exchange Web Services (EWS), ein unbenutzbarer Raumfinder im Outlook-Kalender und zuletzt der fehlschlagende Download von E-Mail-Anhängen.
Outlook für iOS und Android. Verzögerungen und Fehler beim Senden und Empfangen.
OneDrive for Business und SharePoint Online. Teile der Oberfläche luden nicht oder nicht vollständig, darunter Konto- und Speicherinformationen, Suchergebnisse, Favoriten, gefolgte und geteilte Inhalte, zuletzt verwendete Dateien, Listen und News. Hinzu kamen Verzögerungen oder Fehler beim Öffnen von Dateien, beim Abrufen von Office-Richtlinienbezeichnungen, bei der OneDrive-Synchronisierung, beim Kameraupload auf Mobilgeräten und bei der Videowiedergabe.
Microsoft Teams. Suche und Anwesenheitsstatus, das Ändern des Standorts, Kalenderfunktionen, das Anlegen, Bearbeiten und Löschen von Kanälen sowie Teams-Rooms-Geräte und Tischtelefone, die im Teams Admin Center als offline angezeigt wurden.
Microsoft Graph. Szenarien mit Zugriff auf Exchange-Online-Daten schlugen fehl. Das betraf vor allem angebundene Drittanwendungen und Automatisierungen.
Microsoft Purview. Zeitweise Autorisierungsfehler, Administratoren kamen nicht in das Portal. In der Kommunikationscompliance traten Fehler beim Laden von Richtlinien und von DLP-Richtlinien auf.
Microsoft Defender XDR. Zeitweise Autorisierungsfehler in den einzelnen Lösungen.
Microsoft 365 Copilot. Prompts mit Bezug auf Microsoft-365-Daten wie E-Mail-Inhalte schlugen fehl.
Microsoft 365 Admin Center. Die Anmeldung konnte fehlschlagen. Das betraf ausgerechnet die Oberfläche, über die Administratoren den Störungsstatus für ihren Tenant einsehen.
Universal Print. Druckaufträge ließen sich nicht anlegen, hochladen oder abrufen.
Zur Ursache
Microsoft nennt als vorläufige Ursache ein Problem in einer zentralen Authentifizierungskonfiguration, die von mehreren Microsoft-365-Diensten gemeinsam genutzt wird. Das erklärt, warum mehrere voneinander unabhängige Dienste nahezu gleichzeitig ausfielen: Nicht die einzelnen Anwendungen versagten, sondern die gemeinsame Schicht darunter, über die sie sich gegenseitig authentifizieren.
Diese Formulierung blieb vom ersten Abend bis zum Ende des Vorfalls unverändert. Im Verlauf teilte Microsoft mit, man prüfe kürzlich am Dienst vorgenommene Änderungen, um die Ursache abschließend zu bestätigen. Beim Wiederanlauf zeigte sich zudem, dass einzelne Bereiche der betroffenen Infrastruktur die erneut ausgerollten Authentifizierungskomponenten nicht so bereitwillig annahmen wie erwartet. Deshalb wurden gezielt Teile der Infrastruktur neu gestartet.
Fehlermeldungen aus Administrationswerkzeugen legten nahe, dass ein abgelaufenes internes Zertifikat beteiligt sein könnte. Bestätigt ist das nicht. Bis Microsoft einen Post-Incident-Bericht vorlegt, bleibt die genaue Ursache offen.
Zeitlicher Verlauf
- 31.08., 17:08 Uhr MESZ: Beginn der Beeinträchtigung nach Angaben von Microsoft
- 31.08., ca. 19:25 Uhr MESZ: Microsoft bestätigt die Untersuchung öffentlich und verweist auf EX1464935 im Admin Center
- 31.08., 19:42 Uhr MESZ: Microsoft meldet ein identifiziertes Problem an einer Authentifizierungskomponente und testet eine Gegenmaßnahme auf einem Teil der Infrastruktur
- 31.08., ca. 20:40 Uhr MESZ: Downdetector zählt annähernd 50.000 Störungsmeldungen
- 31.08., 21:05 Uhr MESZ: Microsoft bestätigt, dass die Störung über Exchange Online hinaus weitere Dienste betrifft, und verweist zusätzlich auf MO1465074
- 01.09., 00:01 Uhr MESZ: Microsoft erklärt, man prüfe kürzliche Änderungen am Dienst, um die Ursache abschließend zu bestätigen
- 01.09., Nacht: Die Gegenmaßnahme wird breiter ausgerollt, einzelne Abschnitte der Infrastruktur werden gezielt neu gestartet
- 01.09., ca. 01:40 Uhr MESZ: Erste E-Mails werden wieder zugestellt
- 01.09., ca. 06:00 Uhr MESZ: Empfang und Versand funktionieren für einen Großteil der Anwender wieder
- 01.09., Vormittag: Die Postfachkonnektivität liegt laut Microsoft wieder in den erwarteten Bereichen, die Suche bleibt gestört
- 01.09., Tagesverlauf: Microsoft bestätigt, dass der Mailfluss wie erwartet arbeitet und die Warteschlangen abgebaut werden
- 02.09.: Verfügbarkeit stabil über 99 Prozent, Purview, Defender XDR und Teams gelten als behoben. Ab Mittag steigen die Downdetector-Meldungen erneut an
- 03.09., 0:30 Uhr MESZ: Die Statusseite weist weiterhin eine Diensteinschränkung aus, verblieben sind der Anhang-Download und die Anmeldung an Outlook im Web
- 04.09.: Kein aktiver Vorfall mehr auf der Statusseite, Exchange Online wird am Morgen als betriebsbereit geprüft
Nachwirkungen, die Administratoren gemeldet haben
Unabhängig von Microsofts Statusmeldungen haben Administratoren in den Tagen nach dem Ausfall Effekte beobachtet, die zeitlich zum Vorfall passen. Ein Zusammenhang ist nicht bestätigt, die Beobachtungen sind aber konsistent genug, um sie zu kennen:
Abbrechende IMAP-Verbindungen aus Fachanwendungen. Ein Administrator berichtete von einer an ein Exchange-Online-Konto angebundenen Ticketsystem-Instanz, bei der der Mailabruf über IMAP dauerhaft in einen SSL-Fehler lief.
Unerwartete Lesebestätigungen. Ein weiterer Administrator meldete rund zwei Dutzend Fälle, in denen zu längst bearbeiteten Nachrichten im Posteingang nachträglich Lesebestätigungen an die Absender ausgelöst wurden.
Fehlschlagende Anhänge trotz funktionierendem Postfach. Anwender konnten Nachrichten senden und empfangen, beim Öffnen oder Herunterladen von Anhängen erschien jedoch eine allgemeine Fehlermeldung.
Was jetzt zu prüfen ist
Angebundene Anwendungen. Fachanwendungen, Ticketsysteme, Signatur- oder Archivlösungen und Automatisierungen greifen über IMAP, EWS oder Microsoft Graph auf Exchange Online zu. Fehlläufe aus dem Störungszeitraum bleiben dort oft unbemerkt liegen, weil niemand aktiv davorsitzt. Ein Blick in die Protokolle dieser Systeme lohnt sich, auch wenn Outlook längst wieder läuft.
Nachlaufende E-Mails und doppelte Nachrichten. Nachrichten aus dem Störungszeitraum wurden nach und nach zugestellt und können mit erheblicher Verzögerung sowie in unsortierter Reihenfolge eingetroffen sein. Wer während der Störung mehrfach manuell gesendet hat, dessen Nachrichten kamen möglicherweise mehrfach beim Empfänger an.
Unvollständige Suchergebnisse. Die Suche gehörte zu den am längsten gestörten Funktionen und betraf Exchange Online, SharePoint, OneDrive und Teams gleichermaßen. Wer während der Störung erfolglos gesucht hat, sollte die Suche wiederholen.
Purview-Nachlauf. Richtlinientreffer und Warnungen aus dem Störungszeitraum liefen nach Microsofts Angaben bis zu 48 Stunden verzögert nach. Compliance-Auswertungen aus diesem Zeitraum sind entsprechend unvollständig.
Teams-Geräte. Konferenzraumsysteme und Tischtelefone, die im Admin Center als offline angezeigt wurden, sollten auf ihren tatsächlichen Zustand kontrolliert werden.
Sinnvoll ist außerdem eine kurze Grundkontrolle: eine interne und eine externe Testmail samt Anhang, ein Blick in ein freigegebenes Postfach, eine Kalenderänderung, die synchronisieren sollte, und eine Testsuche im Postfach. Wer während der Störung Nachrichten mit einem Non-Delivery-Report zurückbekommen hat, sollte diese gezielt erneut senden.
Wo sich der aktuelle Stand nachlesen lässt
Die öffentliche Statusseite von Microsoft unter status.cloud.microsoft zeigt größere Vorfälle an, wies die Störung in der Anfangsphase allerdings noch nicht flächendeckend aus. Ausführlicher ist das Service-Health-Dashboard im Microsoft 365 Admin Center unter den Kennungen EX1464935 und MO1465074. Dort wird auch der Post-Incident-Bericht erscheinen, sobald Microsoft ihn veröffentlicht. Das Dashboard ist tenant-spezifisch und setzt eine erfolgreiche Anmeldung voraus, die während dieser Störung selbst fehlschlagen konnte. Kurzmeldungen zum Verlauf veröffentlicht Microsoft zusätzlich über den Statuskanal @MSFT365Status.
Quellen und weiterführende Artikel
- Microsoft 365 Service Health, Vorfälle EX1464935 und MO1465074
- Microsoft 365 Status auf X (@MSFT365Status)
- Günter Born, EX1464935: Microsoft kämpft noch mit M365-Ausfall (3.9.2026), Borns IT- und Windows-Blog: borncity.com
- Günter Born, EX1464935: M365-Ausfall wegen vergessener Zertifikatserneuerung (31.8.2026), Borns IT- und Windows-Blog: borncity.com
- heise online, Ausfall von Exchange Online: Microsoft untersucht den Vorfall: heise.de
- dpa, E-Mail-Störung bei Microsoft: Systeme laufen wieder an, 1. September 2026
- Sergiu Gatlan, Massive Microsoft 365 outage causes auth issues, service failures, BleepingComputer: bleepingcomputer.com
- Swiss IT Magazine, Grossflächige Störung bei Exchange Online: itmagazine.ch
- IT-Administrator, Microsoft-365-Ausfall wegen abgelaufenem Zertifikat: it-administrator.de
- Der Spiegel, Weltweite Störung bei Microsoft Outlook legt E-Mail-Verkehr lahm: spiegel.de
- Nadine Dressler, Microsoft-Outlook-Störung: Kein Zugriff auf Microsoft-365-Mails, WinFuture: winfuture.de
