IT-Sicherheit sollte 2026 nicht nur IT-Thema sein, sondern Chefsache werden
Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur große Konzerne. Im Gegenteil, auch kleine und mittelständische Unternehmen stehen immer mehr im Fokus, weil diese oft weniger geschützt sind.
In unserer täglichen Betreuung von Unternehmen in Bayern sehen wir immer wieder ähnliche Schwachstellen:
- Fehlende Mehrfaktor-Authentifizierung
- Keine getesteten Backups
- Veraltete Firewall-Systeme
- Unklare Zuständigkeiten im Notfall
Wenn diese Punkte auch bei Ihnen zutreffen, finden Sie hier die wichtigsten Maßnahmen, die Sie in Ihrem Unternehmen prüfen sollten.
1. Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) konsequent einsetzen
Passwörter allein reichen nicht mehr aus. Gerade bei Microsoft 365 und Cloud-Diensten ist MFA heute Pflicht. Viele Angriffe beginnen mit kompromittierten Zugangsdaten.
Unsere Empfehlung:
MFA für alle Benutzer aktivieren, besonders für Admin-Accounts.
2. Backups nach der 3-2-1-Regel umsetzen
Die 3-2-1 Backup Regel empfiehlt, dass 3 Kopien der Daten vorhanden sein sollten (1 Original und 2 Backups), diese auf 2 unterschiedlichen Speichermedien gespeichert sind und 1 Kopie extern aufbewahrt wird.
Des Weiteren ist ein Backup nur dann ein Backup, wenn es:
- regelmäßig läuft
- getrennt vom Produktivsystem gespeichert wird
- und getestet wurde
Viele Unternehmen sichern zwar Daten, haben aber nie eine Rücksicherung ausprobiert.
Unsere Empfehlung:
Mindestens ein Offline- oder Immutable-Backup (kann nachträglich nicht verändert oder gelöscht werden) einplanen.
3. Patch-Management automatisieren
Veraltete Software ist eines der größten Einfallstore. Windows-Updates, Firewall-Firmware, Serverdienste – alles muss regelmäßig aktualisiert werden.
Unsere Empfehlung:
Automatisierte Update-Prozesse statt immer wieder Aufschieben.
4. Moderne Firewall mit aktiver Überwachung einsetzen
Eine einfache Router-Firewall reicht heute nicht mehr aus.
Moderne Security-Systeme erkennen:
- ungewöhnlichen Datenverkehr
- bekannte Schadsoftware
- verdächtige Verbindungen ins Ausland
Doch wichtig hierbei ist:
Das Monitoring der Firewall darf nicht vergessen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Sicherheitsvorfälle nicht nur blockiert, sondern auch erkannt, bewertet und aktiv bearbeitet werden.
5. Mitarbeiter regelmäßig sensibilisieren
Phishing-Mails werden durch KI immer professioneller. Viele Angriffe beginnen mit einem einzigen Klick.
Typische Beispiele sind:
- Gefälschte Paketbenachrichtigungen
- Angebliche Bewerbungen
- Rechnungen mit manipulierten Links
Unsere Empfehlung:
Mindestens einmal jährlich eine Schulung der Mitarbeiter durchführen um sie zum Thema Phishing zu sensibilisieren.
6. Zugriffsrechte sauber strukturieren
Nicht jeder Mitarbeiter braucht Zugriff auf alle Daten.
Wir erleben häufig:
- Gemeinsame Admin-Konten
- Ehemalige Mitarbeiter mit aktiven Accounts
- Keine Rechteprüfung über Jahre hinweg
Unsere Empfehlung:
Prinzip der minimalen Rechte umsetzen. Jeder Mitarbeiter erhält nur die Zugriffsrechte, die er auch wirklich für seine Rolle benötigt.
7. Einen klaren IT-Notfallplan definieren
Cyberangriffe, Systemausfälle oder Datenverluste lassen sich trotz Schutzmaßnahmen nie völlig ausschließen. Wichtig ist, dass ein Notfallplan existiert, um im Ernstfall schnell handeln zu können.
Ein Notfallplan sollte regeln:
- Wer übernimmt im Krisenfall die Steuerung?
- Wer informiert Mitarbeitende, Kunden und Partner?
- Wie schnell müssen die Systeme wieder laufen?
- Wann und wie müssen rechtliche Schritte eingeleitet werden?
- Wie wird der Vorfall dokumentiert?
Unternehmen ohne klaren Plan verlieren im Ernstfall wertvolle Zeit.
Unser CyberRisikoCheck
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Wenn Sie wissen möchten, wie sicher Ihr Unternehmen aktuell aufgestellt ist, bieten wir einen standardisierten CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27067 für Unternehmen in Bayern an. Dabei prüfen wir unter anderem: Organisation, Berechtigungen, Backup, Patching, Antivirus und Netzwerk
